Humoristisches, Ehrungen und Riesenstimmung beim 11. Starkbierfest in Stephanskirchen
Ein rappelvoller Antretter-Saal, prächtige Stimmung und Unterhaltung auf hohem Niveau waren die Rahmenbedingungen für das 11. Starkbierfest der Musikkapelle Stephanskirchen.

Die Jugendblaskapelle Stephanskirchen unter der Leitung von Simon Ladner begrüßte das Publikum mit Polka und Marschmusik. Interessant wurde es schließlich für 4 junge Musikanten, die als Neulinge ihren ersten Auftritt hatten, und dies gleich vor einem so großen Publikum. Rosalie (Klarinette), Maxi (Trompete), Quirin (Trompete) und Johannes (Tenorhorn) bestanden ihre Premiere mit Bravour.

Nachdem der Schlussakkord erklungen war, nahmen die Musikanten der Blaskapelle Aufstellung im kleinen Saal, und zu den Klängen vom Bayrischen Defiliermarsch trugen Stefan Salminger und Simon Lindner das 30-Liter-Fass in den großen Saal hinein.

Hier begrüßte Musikmeister Sebastian Adlmaier die Besucher und bedankte sich vor allem bei Michaela Fenner und ihrem Team für die Bewirtung. Mit ein paar Schlägen (es waren wirklich nur ein paar) zapfte schließlich 1. Bürgermeister Karl Mair das Fass an und stieß mit Sebastian Adlmaier auf einen gelungenen Abend an.

Dann eröffnete die Musikkapelle Stephanskirchen mit dem Marsch „Die Sonne geht auf“ den Festabend. Simon Ladner, der auch heuer wieder gekonnt souverän den Abend moderierte, meinte bei seiner ersten Ansprache, dass dieser Titel durchaus für einige Besucher morgen früh zutreffen könnte. „Polka für Trompete“ von Adam Hudec hieß das Stück, bei dem Solist Michael Franz sein Können unter Beweis stellte. Und mit „Music“ von John Miles wurde „Der Titel“ von Night-of-the-Proms dem Publikum präsentiert.
Ehrungen standen auch heuer wieder auf dem Programm. In diesem Jahre wurden die Brüder Simon und Jakob Lindner für 15-jährige Zugehörigkeit mit einer Urkunde ausgezeichnet. Musikmeister Sebastian Adlmaier und Simon Ladner gratulierten im Namen der Musikkapelle.
Mit einer gewissen Vorfreude wurde dem Auftritt von Seppi Liedl und Christian „Cheese“ Leberfinger entgegengefiebert. Der grüne Jäger Seppi und der Haidholzner Bürger Cheese nahmen heuer, wie erwartet, die Kommunalwahl, die Bürgermeister und den Gemeinderat unter die Lupe.

Zum Thema „Haidholzen Süd-Ost“ meinte Seppi, dass es seit der letzten Gemeinderatswahl mit dem Baugebiet vorwärts geht, obwohl dies schon seit 1976 auf der Agenda der Gemeinde steht. Die Kinder, die damals auf dem Spielplatz hätten spielen sollen, gehen mittlerweile in Rente. Auf Seppi’s Frage, ob Cheese auch im Gemeinderat sei, verneint er dies mit der Begründung, dass er ein recht wohlschaffender Bürger sei und keinen Eintrag im Sündenregister wie z. B. Wahlfälschung oder einen Schwarzbau hat.
Da die Gemeinde finanziell gut dasteht, konnte Bürgermeister Karl Mair diverse Käufe wie die Sparkasse in Haidholzen, das Schierlitzhaus in Schloßberg, 3,5 Hektar Grund in Kieling, der Pfarrhof in Schloßberg, 4.500 qm Grund für die neue Feuerwehr in Schloßberg plus vier neue Autos für die Ortsfeuerwehren tätigen. Bei diesen Ankäufen konnte man das Kreischen vor Freude von „Shopping Karli“ durch das Rathaus hören.

Zur CSU meinten sie, dass sie auf ihrer Kandidatenliste die Frauenquote völlig aus den Augen verloren haben. Grüne und SPD haben ja gefordert, dass auf der Liste jede zweite Person eine Frau sein soll. Hier haben sie vermutlich nur die Worte „Frau“ und „zwei“ mitbekommen. Die SPD hat zwar fünf Frauen auf der Liste, allerdings nur acht Kandidaten. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl von Stephanskirchen sind das 0,0727 Prozent. Dies veranlasste Seppi, sein Mitgefühl auszusprechen, worauf Cheese meinte, dass hier sogar der Männergesangverein mehr Zulauf hätte.
Zur Bayernpartei sagte Seppi, dass sie jetzt umfirmiert haben und „BP – Stephanskirchner Liste“ heißt. Auf Cheese’s Frage, für was BP jetzt steht, kam „Beck und Partner“ beim Publikum besonders gut an. Seppi merkte an, dass der 2. Bürgermeister Robert Zehetmaier. bereits im Oktober mit dem Wahlkampf begonnen hat und von Haustür zu Haustür in Baierbach und Sonnenholz gegangen ist. Hier erklärte ihm Cheese, dass das kein Wahlkampf war, sondern Robert am Simssee-Halbmarathon teilgenommen hat. (Seppi zollte hier seinen Respekt und löste seine verlorene Wette ein, bei der Robert beim letzten Starkbierfest kundtat, am Halbmarathon teilzunehmen).
Zu den Parteifreien meinte Seppi, dass sie auf einmal Sammler geworden sind, und zwar von Restmüll. Die Bilder auf Instagram waren quasi der Auftakt zum Social-Media Wahlkampf. Aber dass die sich „wieder“ zum Ramadama getroffen haben, war dem Seppi zu viel. „Die haben das doch noch nie gemacht“.
Die Grünen wollen unbedingt für die Strecke Rosenheim – Salzburg einen Bahnhalt für Stephanskirchen. Nachdem es aber keinen geeigneten Standort gibt, haben sie jetzt umgeschwenkt und an der Bahnstrecke Rohrdorf – Rosenheim einen neuen Bahnhalt in Landl gefunden, auch wenn dort kein Zug fährt. Als Cheese danach fragte, wo der kapitale Hirsch ist, den Seppi geschossen hat, meinte Seppi, dass er als „grüner Jäger“ unterwegs ist und er von vornherein über das Ziel hinausschießt, damit er später mit dem Zerlegen keine Arbeit hat. Cheese folgerte daraus, dass es den Grünen wohl auch zuviel Arbeit macht, um dem Platzhirsch Karl ins Gehege zu kommen. Allerdings fiel ihm auf, dass es neben den Grünen auch die anderen Parteien nicht geschafft haben, einen Gegenkandidaten aufzustellen. Wobei die Freien Wähler einen gehabt haben. Aber nachdem da Leute auf deren Liste waren, die gar nicht gewusst haben, dass sie drauf sind, war der auf einmal auch nicht mehr Bürgermeisterkandidat und ist sogar vom Gemeinderat zurückgetreten.

Es war schon ein besonderes Vergnügen, den Beiden eine knappe Stunde lang zuzuhören, und der Schlussapplaus des begeisterten Publikums war überwältigend. Für ihren zehnten Auftritt bekamen sie von Simon Ladner, Sebastian Adlmaier und Kassier Herbert Vodermaier je einen Geschenkkorb, sowie eine Verzehrkarte der Starbulls Rosenheim überreicht.
Feierabend für die Musikkapelle war allerdings noch nicht angesagt. Für die verbliebenen Gäste spielten die Musikanten noch zünftig auf, bevor die inzwischen geöffnete Bar belagert wurde.

Dieses Starkbierfest war mit Sicherheit wieder ein Höhepunkt im Gemeindeleben von Stephanskirchen. Es waren sich alle einig, dass es auch heuer wieder ein gelungener und unterhaltsamer Starkbieranstich gewesen ist und die Vorfreude auf das zwölfte Fest ist spürbar, vor allem auf ein Neues mit Seppi und Cheese. „Nein!“ „Doch!“ „Oh!“
Text und Fotos: Christian Ladner