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Was haben Blumen und Kräuter mit Mariä Himmelfahrt zu tun?

Kräuterbuschenbinden in Fussen bei der Familie Hamberger

Auf Initiative von Barbara Maier, Brauchtumswartin vom GTEV Simssee Süd Stephanskirchen, hatten die Bäuerinnen und Landfrauen erstmals die Trachtenjugend zum Kräuterbuschenbinden eingeladen, um das Brauchtum weiterzugeben.

„Die Legende erzählt, dass am Mariä Himmelfahrtstag ein besonderer Duft aus dem Grab von Maria strömte. Neugierig geworden von diesem wohltuenden Duft, öffneten die Freundinnen und Freunde Jesu das Grab. Da entdeckten sie, dass Maria nicht mehr in ihrem Grab lag, sondern lauter Blumen und Kräuter an dem Ort blühten, an dem sie gelegen hatte.“

Deshalb werden die Kräuter gesegnet und im Herrgottswinkel angebracht. Es soll vor Unheil Haus, Hof und Familie schützen. Die Trachtendirndl Sofia und Finni sind der Einladung nach Fussen gefolgt und bekamen eine kurze Kräuterkunde.

Es wurden über 120 Kräuterbuschen von vielen fleißigen Frauen und den beiden Mädels gebunden. Am Mariä Himmelfahrtstag nach der Segnung durch unseren neuen Pfarrer Tobias Pastötter, wurden die Buschen auf Spendenbasis abgegeben. Die Spenden von 810 € werden an das Ronald McDonald Haus in Vogtareuth für Familien mit schwerkranken Kindern gespendet.

Wir freuen uns, wenn uns die Jugend nächste Jahr wieder unterstützt. In Stephanskirchen wurden heuer folgende Kräuter und Blumen zu Sträußen gebunden: Königskerze oder auch Marienkerze genannt (kommt in die Mitte), Rosmarin (Schlaf), Kamille (entzündungshemmend), Baldrian (Reinigung und Glücksbringer), Johanniskraut (Sonne, Freude), Arnika ( Schutz vor Feuer und Hagel), Frauenmantel und Schafgarbe (Frauengesundheit), Thymian (Erkältung), Rose steht als Zeichen für Maria, Getreide (für das Tägliche Brot).

Auch die Zahl der Pflanzen kann eine religiöse Bedeutung haben. Drei Kräuter können für die Dreifaltigkeit stehen, sieben für die Schöpfungs- bzw. Wochentage, neun für dreimal drei und zwölf für die Apostel. In alten Überlieferungen gibt es auch deutlich größere Buschen mit vielen weiteren Kräutern.

Der neue Kräuterbuschen kommt in den Herrgottswinkel in der Stube. Der Kräuterbuschen vom Vorjahr kommt in den Stall. Der alte wird (bei aufziehendem Gewitter) im Holzofen verbrannt.

Christine Heinzinger, Fotos: Barbara und Georg Maier